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Golftipps

präsentiert von Fabian Neumann - Golfschule Reit im Winkl

Golftipps Reit im Winkl

 

DeepInSight hat die Golfschule Reit im Winkl-Kössen befragt, wie Sie grundlegende Fehler beim Spiel vermeiden können.

Die Ausrichtung, das Ansprechen des Balles und der richtige Griff sind die Basis für einen idealen Ballflug.

 

Der Griff

Die einzige Verbindung zwischen Körper und meinem Werkzeug

Der Griff ist essentiell wichtig für den Ballflug. Habe ich den Griff zu sehr in den Handflächen, so kann ich keinen Hebel setzen und der Ball wird mir nicht wirklich weit fliegen können. Denken Sie zum Beispiel an einen Hammer. Wenn Sie einen Nagel einschlagen, dann wird der Hammer wohl eher in den Fingern liegen. Greifen Sie doch mal einen Hammer und übertreiben Sie den Griff. Einmal in den Fingern und einmal eher am Handballen.

Wenn der Griff richtig liegt, dann werde ich den Schläger nie verlieren. Er ist am oberen Ende absichtlich dicker als unten. Außerdem ist er ja auch nicht rutschig, wenn er nicht zu sehr abgenutzt ist. Nach dem Schlag greife ich auch wieder neu. Damit verhindere ich unter anderem auch, dass meine Hände zu sehr schwitzen und der Schläger beim Schlagen durch die Finger rutscht.

Tipp

Um eine möglichst schnelle Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erzeugen, machen Sie eine Faust und drücken Sie fest zu. Nun machen Sie einmal eine schnelle Bewegung mit dem Handgelenk. Entspannen Sie nun einmal den ganzen Arm und versuchen Sie das wiederum.

  Golftipps Reit im Winkl - Griff

Golftipps Reit im Winkl - Griff

 

Golftipps Reit im Winkl - Ansprechen des Balls
 
Golftipps Reit im Winkl - Ansprechen des Balls
 

Das Ansprechen des Balles (Setup)

Wenn wir einen korrekten Griff haben, können wir einen Schritt weiter gehen. Greifen Sie ein mittleres Eisen (z.B. 7 oder 8) und stellen Sie beide Füße zusammen.
Jetzt machen Sie mit dem linken Bein einen Schritt nach links und dann mit dem rechten. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu breit stehen
(hüft-, maximal schulterbreit).

Sie kennen sicherlich aus dem Fernsehen Baseball. Stellen Sie sich vor, wo der Spieler seinen Ball schlägt. Wohl in der Luft, oder? Wo spielt der Golfer? Na logisch - vom Boden. Also müssen wir jetzt eine Position einnehmen, bei der wir den Schläger auf die Erde bekommen. Nehmen Sie mit der jetzigen Fußposition eine aufrechte Stellung ein und dann drücken Sie das Becken nach hinten (das erklärt, warum ein Hintern, Hintern heißt. Einen Vordern gibt es nicht !).
Meine Damen, wir Golflehrer haben diese Position nicht erfunden !! Das muss so aussehen.

Damit hätten wir eigentlich auch schon die Ausrichtung (das Zielen) erklärt.
Stellen Sie sich vor, wir stehen auf einer Eisenbahnschiene. Die Ball-Ziellinie ist logischerweise die Verbindung zwischen Ball und meinem Ziel. Die Führungskante des Schlägers steht 90° zum Ziel. Die andere Seite der Schiene bilde ich mit meinem Körper. Das heißt, ich muss parallel zu meinem Ziel stehen und nichts anderes…

Wenn Sie in den Urlaub fliegen, was sollte denn der Pilot vor dem Start machen ? Genau – eine Checkliste. Wenn das nicht geschieht, denke ich einmal, könnte dies zu bösen Überraschungen führen. Nichts anderes passiert beim Golf, die Auswirkungen sind in diesem Fall nicht so fatal. Gehen Sie bei jedem Schlag diese Checkliste durch – auch wenn Sie auf der Driving Range stehen. Wenn diese Punkte stimmen, dann wird sich dies in der Regel auch positiv auf Ihren Schwung auswirken.

Tipp

Wenn Sie den Griff ein wenig mit einem nassen Handtuch abrubbeln, dann wird er rauher und „klebt“ besser in den Fingern (ich habe bewusst nicht Hand geschrieben…)

 

Fazit aus diesen sogenannten Pre-swing-Prinzipien

Jedes Mal neu greifen.
 
   Nur so bekomme ich die Routine und entlaste dabei meine 
   Unterarmmuskulatur (Tennisarm). Nicht verkrampfen, ansonsten 
   werde ich weniger Schlägerkopfgeschwindigkeit erzeugen können.
 
Achten Sie auf eine korrekte Haltung.
 

Legen Sie sich einen Schläger zu Trainingzwecken auf den 
   Boden (zielen).

Golftipps Reit im Winkl - Ansprechen des Balls

 

Trainieren Sie richtig?

Ein gut durchdachtes und konsequentes Training ist die Basis für gute Runden auf dem Platz!

Zunächst stellt sich die Frage: Was will ich denn überhaupt erreichen – und vor allem wie ? Wenn Sie mit Ihrem Spiel zufrieden sind, dann sind die
nächsten Zeilen nichts für Sie.

Machen Sie sich doch mal Gedanken:

Sie gehen heute auf die Runde (privat oder Turnier) und möchten sich davor aufwärmen. Wie gehen Sie vor?

Ich vermute bei den meisten lautet die Antwort: „Driving Range natürlich“. Welchen Schläger am häufigsten? „Driver?!“ Wenn die Antwort ja ist, dann frage ich Sie: „Haben Sie jemals im Fernsehen einen Profi gesehen, der die Becker-Faust bei einem 300-Meter-Schlag gemacht hat?“ – Ich nicht! Das ist normal für die Jungs auf der Tour. Wenn aber ein Pitch, Chip oder Putt aus einer längeren Distanz nahe am Loch ist oder vielleicht in der Büchse verschwindet, dann kommen Emotionen ins Spiel.

Ein Golfplatz von 18 Löchern hat im Schnitt ein PAR (=Professional Average Result) von ca. 72.

Ein Par 3 heißt für den Profi :
Erster Schlag auf das Grün und dann 2 Putts.
Beim Par 4 ist es der 2. Schlag und wieder 2 Putts.
Par 5 logischerweise der 3. Schlag aufs Grün.

Schauen wir uns doch mal das Ausnahmetalent Tiger Woods an. Er liegt an Position 148 der Drive-Genauigkeit auf der US Tour – und ist auch nicht der längste Spieler auf der Tour. Er trifft nicht einmal 2/3 der Fairways. Kann der Drive so wichtig sein, wenn er Nummer 1 der Welt ist?

Er spielt im Schnitt 68 Schläge und braucht 28 Putts (8 unter der eigentlichen Vorgabe des Platzes). Er trifft nur 14 Grüns mit dem vorgegebenen Schlägen. Die restlichen 4 Bahnen werden durch „Single-Putts“ ausgeglichen. Die übrigen 4 Schläge sind dann die Birdies mit denen er seine 68 Schläge ins Clubhaus mitnimmt.

Er holt sich den guten Score im kurzen Spiel und das sollten Sie auch machen. Sicher gebe ich zu, dass es nicht so spektakulär ist wie ein weiter Abschlag. Ich würde Ihnen aber raten, wenn Sie auf die Range zum Trainieren gehen, fangen Sie mit Gefühlsschlägen an. Halbe Schläge, Pitches – holen Sie sich das Gefühl für die Länge und Ihren Schwung. Danach sollten noch einige mittlere Eisen geübt werden.Wenn Sie nur lange Schläge machen wird der Schwung darunter leiden, weil dann versuchen Sie nur wie ein Gorilla auf den Ball „draufzudreschen“.

Golftipps Reit im Winkl

Machen Sie nur ein paar Schläge mit dem Driver oder einem anderen langen Schläger. Dann ab zum Chippen und Putten. Gefühl abholen für Länge und Richtung. Sportwissenschaftler haben bewiesen, dass man Länge und Richtung separat voneinander trainieren sollte und dann erst beides kombinieren. Der Lernerfolg wird sich dann schneller einstellen.

 

Sie toppen den Ball beim Chippen oder Pitchen?

Woher meinen Sie kommt das ? Hören Sie Sprüche, wie : „Schatz, lass den Kopf unten!“ (mein Favorit) oder „Du musst unter den Ball kommen!“

Auf gut Deutsch gesagt – alles Blödsinn.

Wenn ich den Ball überhalb der Mitte (Äquators) treffe, dann wird das ein getoppter Ball.
Der Ball geht nicht in die Luft. Reaktion – ich muss mit den Handgelenken löffeln. Die Hände sind im Treffmoment hinter dem Schlägerkopf und damit werde ich den Ball mit der Führungskante treffen. Damit nimmt das Drama seinen Lauf. Die Geschichte mit dem Kopf unten lassen, ist auch ein Klassiker. Der Kopf wird weniger dafür verantwortlich sein für das Toppen, eher eine Änderung aus den Körperwinkeln. Sei es die Wirbelsäulenneigung oder was machen die Beine ? Gehe ich da etwas aus den Knien hoch oder tief ? Wenn ja, dann könnte das eine Erklärung sein.

Wenn Sie wirklich Ihr Spiel verbessern wollen, dann versuchen Sie bitte nie das ohne kompetente Anleitung. Die meisten gut gemeinten „Ratschläge“ werden einen langfristigen Erfolg verhindern. In den meisten Fällen wird dies dann durch einen weiteren Fehler korrigiert. Versuchen Sie einmal 2 Fehler unter Druck zu wiederholen, dies wird mit Sicherheit etwas schwierig werden. (Turnier, Privatrunde, oder die ganze Clubterasse schaut Ihnen zu…..)
Sie kennen den kürzesten Golf-Witz?
„Ich kann´s jetzt !“

Wir Lehrer sind keine Wunderheiler oder Ärzte. Es gibt keine Pillen gegen diese Krankheit Golf. Nach einer Stunde nicht gleich auf die Runde und dem Pro die Schuld geben, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Lieber noch einige Zeit mit trainieren verbringen, das neu Erlernte zu festigen. Oft werden Sie einen anderen Ballflug haben und es wird ungewohnt sein. Es hat aber einen Hintergrund – geben wir zu viele Informationen auf einmal, dann wird das Gehirn überlastet und NICHTS geht mehr. Man ist oft selbst nicht diszipliniert genug, wenn man nicht sofort einen Fortschritt sieht. Viele korrekte Wiederholungen und Disziplin führen zum Ziel. Wir planen den langfristigen Erfolg!

 

Es gibt 3 Phasen während der Golfsaison :

1. Vorbereitungsphase :

Anfang Golfsaison, Festigen des Erlernten und Bearbeiten der Probleme vom letzten Jahr. Gefühl für den Schläger und den Schwung bekommen.

2. Turnierphase :

Mitte Golfsaison, jetzt zeigt sich, was die Vorbereitung gebracht hat. Regelmäßige Kontrolle, ob sich da nicht doch ein Fehler einschleicht. Schlechte Angewohnheiten sind schwieriger auszubügeln als gleich eine gute Korrektur. Ich weiß jetzt auch, welche Schläge ich beherrsche und welche nicht. Niemals im Turnier einen Schlag versuchen, den ich nicht kann. Suchen Sie sich eine einfachere Alternative für diesen Schlag (z.B. Lob-shot…).

3. Nachbereitungsphase :

Ende Saison, was habe ich falsch gemacht, oder wo lagen meine Schwächen während der Saison? Machen Sie sich Gedanken, vielleicht auch Notizen während der Saison. Jetzt wird der Trainingsschwerpunkt auf nicht so erfolgreiche Bereiche des Spiels gelegt. (Dabei aber die Stärken nicht vernachlässigen.)
Anschließend schließt sich der Kreis und wir fangen wieder bei der Phase 1 an. (Nachdem wir einen hoffentlich schönen und schneereichen Winter in Kitzbühel hatten….)
Vielleicht konnte ich Ihnen die eine oder andere Anregung auf den steinigen Golferweg mitgeben und wünsche noch viel Erfolg für die Saison 2008 und denken Sie daran, es ist eine Freizeitbeschäftigung – Spaß und Freude sollten im Vordergrund stehen!!!
 

Golftipps Reit im Winkl - Klaus Wagner, Steve Waltman, Fabian Neumann 

 
 
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