| Ausgewogene Vielfalt Zurück im Erler Passionsspielhaus präsentieren die Tiroler Festspiele Erl dieses Jahr in gewohnt erfrischender Manier ein Programm von enormer Bandbreite. Den drei Opern „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Elektra“ und „Fidelio“ stellt Intendant Gustav Kuhn nicht nur große Symphoniekonzerte mit dem gefeierten Orchester der Tiroler Festspiele unter seiner eigenen Leitung zur Seite - ein abwechslungsreiches Kammermusikprogramm mit einer Reihe von Uraufführungen und außergewöhnliche „Specials“ bilden weitere Schwerpunkte der diesjährigen Festspiele.
Opernhighlights Der Erler Wagnerstil findet 2009 seine Fortsetzung in der mit Spannung erwarteten Opernaufführung von „Die Meistersinger von Nürnberg“, die als heiteres Gesamtkunstwerk in der Regie von Maestro Kuhn präsentiert werden. Die Produktion wartet mit internationalen Sängerpersönlichkeiten wie Matthew Best in der Rolle des Hans Sachs und Franz Hawlata als Veit Pogner auf. Der auf den Bühnen der Welt erfolgreiche gebürtige Erler Martin Kronthaler wird in der Partie des Beckmesser debütieren.
Für den „Fidelio“ hat Gustav Kuhn eine neue Textfassung aus der Logik und dem Sinn der Musik entwickelt. Diese Fassung kondensiert den Stimmungsgehalt der Szenen und bildet eine sinnfällige Verbindung zu den musikalischen Elementen. Mit dem Florestan der Erler Neuproduktion von Beethovens „Fidelio“, Jon Villars, steht ein weiterer Star der Opernszene auf der Bühne des Passionsspielhauses.
Neben den zwei genannten neuen Opern-produktionen der Tiroler Festspiele kehrt die erfolgreiche „Elektra“ aus 2005 zurück nach Erl, wo sie am 3. und 10. Juli für einen Emotions- und Klangrausch sorgen wird. Das Besondere in diesem Jahr ist nicht nur, dass - weltweit einzigartig - eine gänzlich strichlose Aufführung geboten wird, sondern auch die Kombination mit der vorangehenden Lesung von Hugo von Hofmannsthals Textvorlage. Franz Winter wird durch seine Lesung das eigenständige Kunstwerk hinter dem Libretto zum Vorschein bringen, bevor das Orchester der Tiroler Festspiele und die Solisten der Accademia di Montegral mit der Aufführung der Oper von Richard Strauss den Abend abschließen.
Symphoniekonzerte Gustav Kuhn wird auch 2009 nicht nur als Regisseur und Dirigent die Opernaufführungen gestalten. Sechs Orchesterkonzerte unter seiner Leitung ergänzen das anspruchsvolle Programm der vier Festspielwochenenden. Die letzten drei Symphonien von Tschaikowsky werden jeweils gepaart mit einem Klavierkonzert von Chopin, Schumann oder Bartók am 12., 19. und 24. Juli zu hören sein. Ebenso steht Bruckners 6. als Eröffnung am 2. Juli, Beethovens 9. Symphonie am 4. Juli und Schuberts Messe in Es-Dur am 5. Juli im Rahmen der Liturgie im Passionsspielhaus auf dem Programm. Bei der Messe und im berühmten Schlusschor der „Neunten“, der „Ode an die Freude“, stellt die seit September 2007 bestehende Chorakademie der Tiroler Festspiele auch auf dem Erler Konzertpodium ihr Können unter Beweis. | | Kammermusik Zwölf Veranstaltungen der Tiroler
Festspiele Erl 2009 widmen sich mit einem abwechslungsreichen Programm
der Kammermusik. Jeweils montags bis mittwochs während der drei
Festspielwochen finden die Konzerte in der Pfarrkirche Erl und an den
drei Donnerstagen im Gasthaus „Blaue Quelle“ statt. Die Klavier-,
Lieder- und Kammermusikabende spannen einen Bogen von Johann Sebastian
Bach bis zu zeitgenössischen Komponisten wie Christof Dienz oder Gernot
Schedlberger, deren Auftragskompositionen im Rahmen des
Kammermusikzyklus’ ihre Uraufführung erleben. Stellen die
Konzerthighlights in der „Blauen Quelle“ eine Verbindung der
unterschiedlichsten Musikgenres her, so führen die „Specials“ vom
Wasser des Inn zum Gipfel des Kranzhorns mit Zwischenstopp im
Passionsspielhaus. Berg, Land, Fluss sozusagen, nur umgekehrt.
Specials Gleich am ersten Festspielwochenende, am 5. Juli, führt eine
musikalische Reise von der Pfarrkirche in Ebbs mit dem Motorschiff St.
Nikolaus auf dem Inn bis zur Staustufe Oberaudorf-Ebbs. Dabei lassen
sowohl an Land wie auf dem Wasser zahlreiche Musiker aus der Region mit
traditionellen, kryptischen und neuen Klängen - unter anderem von
Moritz Eggert - die Landschaft widerhallen. Am 12. Juli machen sich die
Osttiroler Musicbanda „Franui“ und der Schauspieler, Regisseur und
Autor Sven-Eric Bechtolf im Passionsspielhaus an (Volks-)Lieder von
Brahms und Schubert heran und servieren zusätzlich ganz neue
„Wagner-Cocktails“. Eine Woche später gilt es, Berggipfel zu erstürmen.
Wer am 19. Juli den Aufstieg zur Kranzhornalm wagt, wird mit einem
Open-Air-Musikerlebnis inklusive herrlichem Ausblick in die Tiroler
Bergwelt und das bayerische Voralpenland belohnt. Das Duo Akkosax
(Siggi Haider und Hannes Sprenger) spielt Adaptionen von Stücken des
2001 verstorbenen Tiroler Komponisten Werner Pirchner und zeigt direkt
am Verlauf der deutsch-österreichischen Grenze die verbindende
Eigenschaft von Musik. Zusammen mit 19 Akkordeonspielern von dies- und
jenseits der Ländergrenze wird die Landschaftskomposition „Kranzhorn“
uraufgeführt – am dafür wohl bestmöglichen Platz.
Andreas Hofer in Erl Die Tiroler Festspiele Erl leisten auch einen
Beitrag zum Tiroler Gedenkjahr 2009. Mehr als 80 Jahre nach seiner
Entstehung ist das Erler Andreas-Hofer-Spiel von Alois Johannes Lippl
(1927) am 26. Juli wieder im Passionsspielhaus in Erl zu erleben.
Diesmal als szenische Lesung in adaptierter Form. Insgesamt darf man
sich auf ein vielfältiges, spannend gemixtes, grenzüberschreitendes
Programm der Tiroler Festspiele Erl 2009 unter der künstlerischen
Gesamtleitung von Gustav Kuhn freuen. Info: Tiroler Festspiele Erl, Adamgasse 1,
A-6020 Innsbruck
Tel.: +43-512-57 88 88 11, Fax: +43-512-56 09 98
Email: c.faeth@tiroler-festspiele.at;
www.tiroler-festspiele.at |